Hafentorpedoboote S33 - S35

Maßstab: 1:250
Konstrukteur: Udo Kallina
Schwierigkeitsgrad: schwierig
Teile: 853
Länge: 160 mm
Breite: 20 mm
Anleitung: Deutsch und Englisch mit 3D-Illustrationen
Format: DIN A4
Bogen: 4
Artikelnummer: 3049
Auflage: 1. Auflage 2013

Die "schwarzen Gesellen" S33 bis S41 gehörten zur ersten Generation der schnellen Torpedoboote.

Die schwarzen Gesellen sind auf vielen Aufnahmen der kaiserlichen Marine zu sehen. Diese Torpedoboote fehlten lange im HMV Programm und sind nicht nur für Dioramenbauer wichtig. Die drei kleinen Modelle haben es allerdings ganz schön in sich - die Detaillierung ist hoch, doch der Aufwand lohnt sich allemal. Wenn die ganzen Details erst einmal angebaut sind, kommen die kleinen Schwarzen erst richtig zur Geltung. Ein echter Bauspaß für erfahrene Kartonmodellbauer.

Die Modellhighlights:

  • hochdetaillierter Modellbogen
  • 3 Modelle im Bogen enthalten
  • Bordwände für 5 Varianten
  • Beiboot mit Segel separat baubar
  • zahlreiche Decksdetails
  • übersichtliche 3D-Bauanleitung
  • mit Anlegesteg


Wie von Udo Kallina gewohnt, ist die Anleitung übersichtlich und ausführlich. Neben drei Modellen mit insgesamt fünf Bordwänden (es können die Torpedoboote S33, S34, S35, S40 und S41 gebaut werden) ist auch ein hölzerner Anlegesteg enthalten. Das kleine Rettungsboot kann wahlweise auch als kleines Wasserlinienmodell mit Besegelung gebaut werden. Diese Details laden natürlich zu einem Diorama ein.

Das Modell ist natürlich so aus dem Bogen baubar. Wir empfehlen jedoch die Verwendung des separat erhältlichen Lasercutsatzes. Die fein geschnittenen Zurüstteile machen die Detaillierung dieses Modells deutlich einfacher und die filigranen Relingteile und Gitter machen die kleinen schwarzen Boote zu echten Hinguckern. Der Bau macht Spaß, vor allem, wenn das Modell mit der Anbringung der Details nach und nach immer mehr Leben gewinnt.

Für den Bau dieses Modells wird ein scharfes Messer, eine geeignete Schneidunterlage, Klebstoff, ein Stahllineal und eine Pinzette benötigt. Zur Darstellung der Takelage ist zusätzlich ein wenig feines Garn notwendig. Es empfiehlt sich bei diesem Modell besonders, die Schnittkanten z. B. mit Aquarellfarbe nachzubehandeln.

Technische Daten:

  • Schwesterschiffe: S33 bis S41
  • Bauwerft: F. Schichau, Elbing
  • Baunummer: 355 bis 363
  • Indienststellung: 1887
  • Länge: 39,88 m
  • Breite: 4,80 m
  • Tiefgang: 1,20 m vorne, 2,08 m hinten
  • Verdrängung: 113 t
  • Antrieb: 1 stehende 3 Zylinder 3-fach Expansionsmaschine
  • Schraube: 1x 3-flüglig, Ø 176 cm
  • Leistung: 1100 PS
  • Geschwindigkeit: 20 Kn
  • Aktionsradius: 2050 Sm bei 10 Kn, 550 Sm bei 18 kn
  • Brennstoffvorrat: 17 t Kohle
  • Besatzung: 1 Seeoffizier, 15 Seeleute
  • Bewaffnung bis 1893: 3x Torpedo 35 cm, 2x 3,7 cm Hotchkiss -MK
  • Bewaffnung ab 1893: 3x Torpedo 35 cm, 1x 5,0 cm Sk L40/C92


Die baugleichen Schwesterschiffe S33 bis S41 gehörten zur ersten Generation von Torpedobooten, die von 1884 bis 1912 in der Werft F. Schichau in Elbing gebaut wurden. Dieser damals neue Schiffstyp war eigens für die neue Waffe Torpedo entwickelt worden. In jener Zeit hatten Torpedos eine Reichweite von 300 bis 400 m, waren relativ langsam und konnten, einmal abgeschossen, nur geradeaus schwimmen.

Daraus ergaben sich Anforderungen, die kleine, schnelle und wendige Boote als Ergebnis hatten. Das Konzept war, mit den Booten schnell frontal auf feindliche Schiffe zuzufahren, die Torpedos abzuschiessen und wieder abzudrehen. Die Torpedoboote aus der Schichau-Werft galten als die schnellsten Schiffe jener Zeit. Ein Nachteil dieser Schiffe war jedoch die mangelhafte Hochseetauglichkeit, sowie die Notwendigkeit, sehr nah an feindliche Schiffe heranzufahren. Dem sollte durch das Ausnutzen schlechter Sichtverhältnisse, vor allem durch Nachtangriffe, entgegen gewirkt werden.

Ein Problem, das man in Friedenszeiten nicht berücksichtigt hatte, stellte sich jedoch im Laufe des ersten Weltkrieges heraus: Nicht nur der Feind hatte bei schlechten Sichtverhältnissen Schwierigkeiten, das Torpedoboot zu orten, sondern auch die Besatzung des Torpedoboots hatte Schwierigkeiten, seine Ziele zu finden.

Für eine bessere Tarnung bei Nacht hatte man eine schwarze Farbgebung für die Torpedoboote gewählt. Außerdem sorgte die starke Rußentwicklung des Kohleantriebs auf dem vergleichsweise kleinen Schiff für eine entsprechend dunkel gefärbte Besatzung. Diese Kombination prägte den Spitznamen "Schwarze Gesellen", unter dem die Torpedoboote vor allem währen des 1. Weltkrieges bekannt waren.

Aufgrund der schnellen und ständigen Weiterentwicklung der Torpedoboote war die erste Generation bald überholt. Deswegen baute man S33 - S39 in 1910, S40 bereits 1905 in Minensuchboote um. Am 11.10.1910 wurden die Boote in T33 - T40 umbenannt. Zwischen 1915 und 1917 wurden T34 - T40 in Tender umgewandelt. Alle 8 Boote wurden am 03.04.1920 außer Dienst gestellt und noch im selben Jahr abgewrackt. Lediglich die S41 ereilte ein anderes Schicksal: Sie sank am 28.8.1895 im Sturm vor Dänemarks Küste.

Unser Modell zeigt wahlweise den Bauzustand zum Zeitpunkt der Indienststellung oder nach dem Umbau auf das 5,0 cm Geschütz im Jahr 1893.