Panzerkorvette SMS Sachsen

Zur Zeit vergriffen!
Neue Auflage in Vorbereitung. 
Termin unbestimmt.

Maßstab: 1:250
Konstrukteur: Markus Wiekowski
Schwierigkeitsgrad: schwierig
Teile: 760
Länge: 380 mm
Breite: 80 mm
Höhe: 140 mm
Anleitung: Deutsch, Englisch
Format: DIN A4
Bogen: 8
Artikelnummer: 3020
Auflage: 2. Auflage 2009

Ein Klassiker im HMV Sortiment. SMS Sachsen war das erste Modell, das der HMV veröffentlicht hat. Der zeitlose Bogen läßt sich wunderbar bauen und das Ergebnis zeigt deutlich, dass HMV von Anfang an Modelle höchster Qualität produziert hat.

Die Modellhighlights:

  • Drehbares und offenes vorderes Doppelgeschütz
  • filigrane Brückendeckskonstruktion
  • 4 drehbare Mittelgeschütze
  • 7 Rettungs- und Beiboote
  • detaillierte Buganker
  • Offener Steuerstand
  • Panzerstand

Der Modellbogen der SMS Sachsen war das erste Modell, dass der HMV veröffentlichte. Dieses ungewöhnliche Schiff, dass aufgrund seiner vier im Rechteck angeordneteten Schornsteine den Spitznamen "Zementfabrik" erhielt, läßt sich hervorragend bauen. Die filigrane Brückenkonstruktion ist paßgenau gelöst und die schönen Details machen dieses Modell zu etwas ganz besonderem. Die drehbaren und offenen Geschütze und der offenen Steuerstand erlauben Einblicke, die bei anderen, späteren Schiffen nicht mehr möglich waren. Der Bogen ist handgezeichnet und eine ausführliche Textbauanleitung stellt sicher, dass alles am richtigen Platz landet.

Die Sachsen ist nach wie vor ein sehr beliebtes Modell des HMV und das gebaute Modell kann immer noch gut mit heutigen Konstruktionen mit Computerunterstützung mithalten. Die wunderschöne handgezeichnete Grafik machen aber schon beim Betrachten Spaß und am liebsten möchte man die einzelnen Bogen einrahmen.


Technische Daten:

  • Bauwerft: A.G. Vulcan, Stettin
  • Stapelllauf: 21.7.1877 als Neubau Panzerschiff B
  • Indienststellung: 21.10.1878
  • Länge über Alles: 97,80 m
  • Breite: 18,30 m
  • Bewaffnung: 6 26cm-L/22-Ringkanonen ab 1886 zusätzlich Torpedorohre
  • Klassifizierung: Panzer- bzw. Ausfallkorvette (Turmschiff)
  • Schwesterschiffe: S.M.S. Bayern, S.M.S. Baden, S.M.S. Württemberg
  • Besatzung: 317 bis zu 436 Mann

Die Planung für neue Panzerkorvetten, zu denen die Sachsen zählt, geht bis in das Jahr 1861 zurück. Doch erst in den Jahren 1872-1874 wurden diese Pläne im Konstruktionsbüro der Admiralität unter Leitung des Admiralitätsrates Koch in die Tat umgesetzt. Vier Panzerschiffe (A, B, C, D) sollten speziell für den Einsatzraum Ostsee gebaut werden. Der erste Bauauftrag ging an die Staatswerft in Kiel, der zweite als erster Marineauftrag an den Stettiner Vulcan. Dieser zweite Auftrag wurde jedoch wesentlich früher fertig als der erste und lief am 21. Juli 1877 als Neubau Panzerschiff B vom Stapel. Diesem Umstand verdankt die Sachsen ihre Rolle als Typschiff.

Die Sachsen war als Ausfallkorvette zur Küstenverteidigung vorgesehen, daher lag das Hauptaugenmerk auf Bewaffnung und Panzerung. Sie war mit sechs Ringkanonen bewaffnet, davon zwei in der vorderen offenen Barbette und vier in der mittleren. Schiffe mit sochen offenen Barbetten wurden auch Brustwehr-Monitore genannt. Die Geschwindigkeit spielte nur eine unter-geordnete Rolle und auf die damals übliche Hilfsbesegelung konnte aufgrund des küstennahen Einsatzgebietes von vornherein verzichtet werden. Zwei liegend eingebaute Einfachexpansionsmaschinen mit acht Kofferkesseln in zwei getrennten Maschinen­-räumen bildeten die Antriebseinheit der Sachsen. Die Schornsteine mußten deshalb entgegen internationaler Gepflogenheiten paarweise nebeneinander angeordnet werden, was der Sachsen den Spitznamen Zementfabrik einbrachte. Bei der Konstruktion der Panzerkorvetten der Sachsenklasse wurde eine verbesserte Sinksicherheit angestrebt. Deshalb teilte man den Innenraum in viele getrennte Räume auf - ein Grundstein in der Geschichte der herausragenden Standfestigkeit deutscher Kriegsschiffe. Dennoch machte der neue Schiffstyp Probleme, und es dauerte lange, ehe man die schlimmsten Kinderkrankheiten beseitigt hatte.

Ab 1884 stand die gesamte Panzer-korvettendivision zur Verfügung. Die Schiffe blieben 15 Jahre im Dienst und bildeten lange Zeit den homogenen Kern der deutschen Flotte. Die Sachsen und Ihre drei Schwester-schiffe wurden zwischen 1896 und 1899 umgebaut. Aufgrund der neuinstallierten Kesselanlage verzichtete man auf die markanten vier Schornsteine und ersetzte sie durch einen großen Schornstein, was die Silhouette der Schiffe völlig veränderte. Außerdem wurden die alten britischen und deutschen Panzerplatten durch eine Krupp-Panzerung ersetzt. Die Hauptbewaffnung blieb unverändert, nur die vordere Barbette wurde geschlossen. 1892 übernahm die Sachsen die bishereigen Aufgaben der Beowulf in der 1. Division der Manöverflotte. Am 4. September 1901 kollidierte sie vor Rügen mit dem Aviso Wacht, der daraufhin sank. Bis 1902 blieb die Sachsen im aktiven Dienst, danach gehörte sie bis 1906 zur ersten Bereitschaft und bis 1910 zur zweiten Bereitschaft.

1910 wurde die Sachsen aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und bis zum Kriegsende 1918 auf der Ostsee als Zielhulk verwendet. 1919 wurde sie an ein Privat-unternehmen verkauft und in Wilhelmshaven abgebrochen.